[ DIE VERFÜHRKRAFT SCHÖNER KUNST ]
Der „Verführkraft schöner Kunst“ spürt die gleichnamige Themenausstellung der Münchner Galerie Stephan Stumpf vom 27.01.-27.02.2011 nach. In der Geschichte der westlichen Kunst verfolgten die Künstler seit jeher die Schönheit als höchstes Ziel. Sie sollte den Betrachter verführen, seine Sinne betören. Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Jeder erkennt sie, wenn sie ihm begegnet, jedoch sie zu erklären, fällt schwer. Philosophen wie Schiller versuchten sie zu fassen, Hegel stellte gar das Kunstschöne über die Schönheit der Natur. Im 20. Jahrhundert verlor das Schöne an Bedeutung, wurde von einem Großteil der Künstler der Moderne sogar verpönt.
Welche Rolle spielt das Schöne in der Kunst heute? Welche künstlerischen Strategien des Schönen nutzen Künstler und Künslerinnen, um das Publikum zu verführen? Und lässt dieses sich überhaupt verführen?
Die Ausstellung stellt elf Positionen der Malerei und Grafik vor, die das Verhältnis von Kunst und Schönheit neu beleuchten und Ihre Verführkraft unter Beweis stellen. Die Ausstellungsteilnehmer wurden über einen europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb ermittelt, so dass bereits international etablierte wie Gisela Heide oder Piotr Sonnewend ebenso vertreten sind wie junge Künstler und Künstlerinnen, die erstmals in Deutschland ausstellen.
Ihre Zugänge sind so vielfältig wie der Schönheitsbegriff selbst. Der Mensch steht im Zentrum der Betrachtungen, wobei der Fokus meistens auf der Darstellung des weiblichen Körpers liegt. Dieser wird hinterfragt, sei es in den urbanen „Maschinen-Frauen“ der Naomi Devil oder den androgynen Wesen der Lucia Schautz. Bei Constantin Migliorini wird die Frau selbst zum Inbegriff der Verführung, die sich den Blicken der Männer nicht erwehren kann. Bei Gisela Heide und Ana Pusica bleibt vom Körper nur der Schatten. Weiterhin sind Werke von Dániel Karsai, József Pinczés, Patrícia Kaliczka, Rudy Cremonini und Susannah Martin zu sehen. Zur Eröffnung am 27.01.2011 ab 18 Uhr sind einige Künstler und Künstlerinnen anwesend.
Die „Verführkraft schöner Kunst“ bildet den Auftakt für eine Reihe weiterer Themenausstellungen mit Wettbewerb, denen sich die Galerie in den kommenden Jahren widmen möchte.



















